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Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur,
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
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Zitat
Wilhelm Busch

Geocaching

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Sonntag, 23. Februar 2014

Winter Biwak ohne Winter

Ungeduldig Sitze ich auf dem Sofa und starre auf mein Handy. Ich wartete auf die erlösende Nachricht, jetzt geht es los. So muss sich als Kind die Vorfreude auf Weinachten angefühlt haben.
Der Grund für diese Kindliche Vorfreuden ist ziemlich banal. Ich gehe mit Felix Zelten nur eine Nacht und statt die Natur in exotischen Gefilden zu genießen, geht es nur zwei Dörfer weiter.
Seit ca. zwei Jahren planen wir einen Ausrüstungstest, wir wollen uns über allerhand Outdoor Schnickschnack austauschen und herumspielen. Nach so langer Zeit hat es endlich geklappt und eigentlich sollte es ein Winterbiwak werden um unsere neuen Schlafsäcke zu Testen.
Doch der Winter ist nicht unserer Freund er kommt wenn man ihn nicht braucht und verschwindet wenn man Freude auf Schnee verspürt. Zusammenfassend kann man sagen "Der Winter" ist ein Arschloch.
Das besondere an der Geschichte ist das Felix auf ein Privatgelände zugriff hat wo es eine Feuerstelle, Holzbänke und einen kleinen See gibt. Wir können uns also ungestört ausbreiten und mit Outdoorausrüstung spielen ohne von einem Förster aus seinem Wald gejagt zu werden.
Es gibt sogar ein Freiluftklo, Outdoorherz was willst du mehr.

Die ersehnte Nachricht:"Ich Fahre jetzt los" erscheint im Display meines Handys. Ich wuchte den total überfüllten Rucksack auf meine Schultern und schmeiße mich dabei fast zu Boden. Der Rucksack wiegt über 30 Kilo und alles was an Kochern Planen und Zelten bei mir so rumdümpeltet ist eingepackt. Wir wollen ja nicht wandern sondern direkt mit dem Auto zum Biwakplatz vorfahren.
Kurze Zeit später Sitze ich schon bei Felix im Auto, der Passat ist voll mit Rucksäcken, Feuerholz und Werkzeug zur Holzbearbeitung. Zu meiner Überraschung hatte Felix noch eine Kettensäge, Spalthammer und Handbeil mit dabei.
Die ganze Situation hat etwas von einer Expedition in die einsame Wildnis von Kanada, wir fuhren aber nur für eine Nacht zwei Dörfer weiter.
Wir können uns in der Situation selbst nicht sehr ernst nehmen und lachen ausgelassen über diese bescheuerte Idee.
Am Gelände angekommen stellten wir fest das an ein direktes Vorfahren nicht zu denken war, der Feldweg war eine Sumpflandschaft. Alles hatten wir dabei nur kein Geländefähiges Fahrzeug.
Also schleppten wir unsere Expeditionsausrüstung wie die Sherpas die ca. 500 Meter durch den Schlamm. Mit einer Tour war es aber nicht getan wir mussten noch ein zweites mal gehen, und beschlossen dabei das Feuerholz im Wagen zu lassen. Sonst hätten wir noch ein drittes mal laufen müssen. Vor Ort gab es ja Feuerholz und wir wollten es am nächsten Morgen wieder auffüllen wenn unser Gepäck um 4 Flaschen Wein 15 Liter Wasser und 5 Liter Benzin leichter geworden ist.
Auf dem Gelände ließ ich erst einmal alles auf mich wirken, das Gelände Ist super nur die halbe Tonne Ausrüstung wirkte etwas skurril.

Nach einer kurzen Führung begannen wir mit dem Aufbau eines Regenschutzes direkt an der Feuerstelle. Sollte das Wetter umschlagen können wir im trockenen noch bequem am Feuer sitzen und Kochen.

Als wir fertig waren scherzte ich das die Mühe umsonst sei weil der Wetterbericht keinen Regen am Abend angesagt hat. Kaum habe ich die Worte beendet fing es an zu regnen. Flink wie die Wiesel verfrachteten wir unser Gepäck zum Schutz unter die Plane und mussten wieder herzlich lachen, das sollte uns aber bald vergehen.

Wir beschlossen erst einmal das Feuer in Gang zu bringen je länger der Regen andauert desto schwieriger wird es. Felix spaltete Holz und ich reinigte die Feuerstelle vom nassen Laub.
Dabei mussten wir feststellen das unser Feuerholz frischer Baumschnitt ist und das gut abgelagerte liegt natürlich im Auto.

Die Dämmerung setzte langsam ein und wir hatten beide keine Lust auf das klassische Feuer machen. Kurzerhand wurde eine wenig Benzin der Kettensäge zweckentfremdet und nach einigen Startschwierigkeiten hatten wir ein schönes Lagerfeuer, der Regen war natürlich genau in diesem Augenblick vorbei.
Wir beschlossen zur Entspannung das verbleibende Tageslicht zum Armbrust schießen zu nutzen. Unsere Zelte können wir ja im Blindflug aufbauen. Unser Motto des Tages:"Wenn es einfach währe, währen wir nicht hier".

Die Dämmerung schritt voran und natürlich musste jetzt der Regen wieder einsetzten. Uns war klar, die Zelte mussten so schnell wie möglich aufgebaut werden sonst haben wir klitsch nasse Innenzelte und eine ungemütliche Nacht vor uns.
Der Regen wurde stärker und wir hektischer, Felix brachen zwei Fixpunkte für das Innenzelt und ich haben mein Gestänge Falsch eingefädelt. Die Zelthüllen sind mittlerweile völlig durchnässt und die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Hier waren echte Experten am Werk.

Als wir endlich Schlafsäcke und Isomatten im Zelt hatten hörte natürlich der Regen wieder auf. Ein wenig geknickt gingen wir zum Feuer was wir natürlich vernachlässigt hatten. Wir brachten es zum laufen und Felix sägte mit der Kettensäge aus einem Baumstamm noch eine Schwedenfackel.
Zum aufwärmen gab es erst einmal einen kleinen Schluck aus dem Flachmann, das Wetter ist nass kalt bei ca. 5 C° irgendwie ungemütlich.
Wir sahen mittlerweile aus als würden wir schon 3 Monate hier hausen, alles war voller Schlamm und außer unserer Frustrationstolleranz haben wir nichts getestet.

Höchste Zeit einen unserer hochwertigen Weine anzutesten. Jetzt kommt am Feuer auch Gemütlichkeit auf und wir philosophieren über Gott und Kochtöpfe. Der Blick in das Lagerfeuer hypnotisiert uns förmlich.

So langsam überkam uns der Hunger und wir fingen an zu Kochen. Die Menüfolge bestand aus Felixs's weltberühmter Camping Tomaten Suppe und ich steuerte ein Pfannenbrot mit Speck und Zwiebeln bei.



Die Tomatensuppe war etwas ziebellastig und mein Pfannenbrot hatte die Konsistenz von Kaiserschmarrn. Aber und das ist das wichtigste, es war alles sau lecker und die Stimmung ist auf dem Hochpunkt. Den Abend ließen wir bei Rotwein im Schein der Schwedenfackel ausklingen. Ein Blick auf das Thermometer zeigte mittlerweile 0 C° an, aber das Feuer wärmte gut.

Der Abend war sau gemütlich und wir genossen einfach das sein. Wir haben unser persönliches Glück bei Feuer und Tomatensuppe gefunden, etwas Weingeschwängert diskutierten wir noch über die Einfachheit des Lebens und Outdoor Krempel.
Auch der schönste Abend neigt sich dem Ende zu und wir krochen in unsere nassen Zelte. Die Schlafsäcke waren aber trocken. Ich machte mir noch ein paar Gedanken über meinen neuen Daunenschlafsack, würde er bei der Luftfeuchtigkeit warm halten? Und wird er überhaupt warm halten das war meine erste Nacht in diesem Schlafsack. Todesmutig zog ich mich bis auf die Unterwäsche aus und schlüpfte in den Schlafsack, und siehe da ein wohlige wärme umgibt mich. Wir hatten immer noch 0 C° und der Schlafsack soll bis -9 C° warmhalten.
Die Nacht war angenehm warm und ich habe bis 8:00 Uhr durchgeschlafen ohne zu frieren. Da habe ich schon ganz andere Nächte erlebt.
Am nächsten Morgen verließ ich mein warmes Heim nur sehr ungern, aber ich hörte den Felix schon Feuerholz machen.


Die Sonne stand noch tief und ein eisiger Wind pfiff uns um die Ohren. Der guten Laune tat es aber keinen Abbruch wie man sieht.

Nachdem das Feuer lief gab es erst einmal Kaffee und Bushmann Tee das bringt wärme in den Körper.


So recht wollten wir noch nicht aufbrechen, die Sonne kam hervor und unsere Zelte mussten noch trocknen. Der Wind war so stark das wir unser Equipment nur an einen Baum halten mussten und dort blieb es einfach kleben.



Wir überbrückten die Trockenzeit noch mit Armbrustschießen und relaxen in der Sonne. Wir waren uns einig, hier wollen wir gar nicht mehr wech. Doch gesellschaftliche Verpflichtungen zwingen uns zur Heimkehr.


Ich versuchte mich noch als Fotograf und schmiss mich todesmutig in den Dreck um dieses Foto zu schießen.

Nachdem wir schweren Herzens unser Gerümpel wieder zum Auto geschafft haben viel uns ein das bei unserer Ankunft gestern sich ja der Reisverschluss von Felixs's Brusttasche verabschiedet hat. Eigentlich kein Problem, nur steckte der Autoschlüssel in der Tasche. Aufschließen ging noch, durch Drücken auf die Fernbedienung in der Jacke. Nur fahren geht ohne Schlüssel nicht. Alles reißen brachte nichts, es lösten sich eher die Nähte in der Umgebung als der Reisverschluss selbst. Ein beherzter Einsatz des Outdoormessers in Herznähe brachte den Erfolg und der Reisverschluss gab den Schlüssel wieder frei. Da fällt mir spontan ein Spruch ein:"Wenn es einfach währe, währen wir nicht hier".
Wir brachten noch das Feuerholz aus dem Auto zum Lagerplatz und fuhren nun endgültig Richtung Zivilisation.
Fazit
Wir haben nur die neuen Schlafsäcke wirklich testen können, aber das ist total nebensächlich. Dieser kleine Ausstieg aus dem Alltag, mit allen Höhen und Tiefen war genial. Man benötigt nur eine halbe Tonne Equipment ein wenig Tomatensuppe und ein Feuer. Das Rezept zum glücklich sein.
Und nie vergessen:"Wenn es einfach währe, währen wir nicht hier".

Position:Irgendwo im Dreck

Montag, 9. Dezember 2013

Mittwoch, 28. August 2013

Gran Canaria Tag 10 Stausee von Soria und ein neuer Gefährte



Heute bricht Tag 10 an, unser letzter richtiger Urlaubstag auf Gran Canaria, morgen um 12 müssen wir das Hotel verlassen und unser Flug geht um 19:00 Uhr kanarischer Zeit.
Das drückt ein wenig auf die Stimmung. Wir fühlen uns sehr wohl hier und die Zeit ist zu schnell vergangen. Selbst als Vic heute beim Frühstück eine halbe Kanne Kaffee auf dem Tisch aufgrund eines klemmenden Deckels verteilte belustigte mich das nicht so sehr wie es sollte.
Wir wollten auf jeden fall noch einmal auf Tour gehen. Wieder auf dem Balkon saßen wir lange zusammen was einer Abschlusstour würdig wäre. Es stand noch ein Geisterdorf zur Debatte aber der Auf- und Abstieg wäre sehr extrem und niemand von uns wusste ob es sich lohnt ein Geisterdorf kann aus zwei Grundmauern bestehen oder wirklich verlassenen Häusern. Wir entschieden uns dagegen. Ich fand auf der Karte noch den Stausee bei Soria. Dort lagen auch noch drei Geocaches. Nach langem hin und her wurde das unser heutiges Wanderziel.
Bevor wir mit Frau Bach (dem Mietwagen) los konnten musste ich noch tanken. Der Liter Sin Plomo 98 ( Bleifrei mit 98 Oktan) Kostete 1.22€, nach dem Tanken stellte ich fest das die Karre auch Sin Plomo 95 (Bleifrei mit 95 Oktan) verträgt. Das hätte nur 1,14€ pro Liter gekostet. Ich komme mit diesen Blechautos einfach nicht zurecht.
Weiter ging es nach Soria.


Vic navigierte wieder super mit der Karte und schon bald erreichten wir den Parkplatz und gleichzeitig den Ausgangspunkt unserer Wanderung. Am Parkplatz machten wir eine Zigarettenpause und studierten das GPS Gerät.
Als wir endlich aufbrachen folgte uns plötzlich ein kleiner Hund.





Ich hatte große Bedenken das der so ein Streuner ist und nur auf Touris wartet um ihnen Lebensmittel zu mopsen. Er schien auf jeden Fall nicht aggressiv zu sein. Er lief einfach mit uns rannte dann 20 Meter vor wartete auf uns kletterte zwischendurch durch das Gelände und lief wieder neben uns.





Und er bettelte in keinster Weise nach Lebensmitteln. Für ihn schien das ein Spiel zu sein. Nie war er aufdringlich nur eben immer neben uns. Als ein zweiter Hund in der Größe einer Fußhupe aus einer Einfahrt laut kläffend auf uns zu rannte stellte sich unser Begleiter der Nervensäge in den Weg und vertrieb sie. Wir gingen weiter und machten an einem Cache eine Rast. Auch unser vierbeiniger Freund legte sich in den Schatten und war einfach da. Im meinem Rucksack war noch die Reisesalami und er hätte leicht in den halbgeöffneten Rucksack schnappen können um sich zu bereichern. Er tat es aber nicht. Er schnüffelte noch nicht einmal am Rucksack.


Wir haben ihn natürlich nicht gefüttert dies kann mit Streunern schnell nach hinten los gehen. Er bekam von uns nichts außer ein wenig Aufmerksamkeit. Spätestens jetzt gaben wir ihm einen Namen. Da der vor uns liegende Geocache Phönix hieß und der Hund auch irgendwie aus dem nichts kam, hieß er ab jetzt Phönix.
Phönix rannte immer wieder vor kletterte die steilsten Hänge hoch stach sich seine Nase an einem Kaktus und lief weiter an unserer Seite. Es gab nie ein Bellen oder eine andere Drohgebärde er wackelte mit dem Schwanz und fand es lustig uns zu folgen.
Als wir bei zwei anderen Geocaches ankamen musste ich eine wenig klettern.





Es ging über loses Geröll, Kiefernnadeln und Felsblöcke.
Phönix verfolgte mich auf Schritt und Tritt mit dem Geschick einer Bergziege. Wenn ich
eine Pause machte war er nicht weit von mir und wartete auch. Nach dem ich die Suche nach dem Geocache erfolglos abgebrochen habe kletterte ich wieder auf den Forstweg, natürlich in Begleitung. Vic und ich nahmen Platz im Schatten und stillten unseren Durst. Wir waren jetzt schon eine Weile unterwegs und es war sehr warm. Wir konnten Trinken aber unser Gefährte auf vier Pfoten hatte nichts. Ich ließ Wasser aus meiner Flasche in meine zur Schale geformten Hand laufen und sofort war Phönix da und schlabberte es genüsslich. Da das weniger effektiv war suchten wir nach einer Vertiefung im Fels um eine provisorische Hundetränke einzurichten. Und Phönix nahm es dankend an.


Meine Hände habe ich selbstverständlich nach der Schlabberaktion desinfiziert.
Wenn ich mit einem Kameraden am Berg bin teile ich auch mein Wasser mit ihm und Phönix wurde unser kleiner Kamerad.
Wir machten uns auf dem Rückweg mit einer ernüchternden Bilanz. Von drei Geocaches haben wir nur die Fragen zu einem Earthcache beantworten können den Rest konnten wir nicht finden. Aber es war eine geile Tour in schöner Umgebung mit einem super Begleiter.



Phönix begleitete uns noch bis zum Auto. Wir genehmigten uns noch ein Eis vom dörflichen Kiosk und pausierten neben dem Auto. Selbst als wir das Eis in der Hand hatten hat Phönix nicht gebettelt oder versucht Mundraub zu begehen.


Eine tolle Tour mit einem tollen Begleiter geht zu Ende.
Wieder im Hotel freuen wir uns auf ein kaltes Bier und lassen den Abend langsam ausklingen. Und das mit einem weinenden Auge, der Urlaub war spitze mit sehr schönen Erlebnissen und Eindrücken.

Zum letzten mal sage ich

Gute Nacht liebes Gran Canaria Tagebuch und ein Hola auf die kommenden Tagebücher.

Position:Lugar Lomoquiebre,Playa de Mogán,Spanien

Dienstag, 27. August 2013

Gran Canaria Tag 9 Sektfrühstück und Fotos


Heute setzten wir eine Tradition aus vergangenen Urlauben fort. Wir beginnen den Tag ganz lässig mit einem Sektfrühstück.

Und bummeln einfach ein wenig rum. Gesagt getan die Prickelbrause schmeckte einfach zu gut um die Zeit, und nach dem Frühstück kauften wir noch zwei Flaschen im örtlichen Supermarkt. Auf diesem Wege besorgten wir noch Ansichtskarten um unserer gesellschaftlichen Verpflichtung nachzukommen jedem unter die Nase zu reiben das die Sonne scheint und es schön hier ist.
Nach dem Einkauf ging es auf das Zimmer und wir genossen den halbtrockenen (Semi Secco) aber dafür warmen Sekt. Bei guter Literatur und geiler Aussicht lebten wir in den Tag hinein. Einfach nur schön.

Ein bisschen Aktion gab es aber doch noch wir mussten um einen Fertig- Mix- Mochito zu veredeln noch die "gefundene" Limette aus dem Auto holen und wir wollen noch Fotos machen von Vic im Erlebnis Trabant T-Shirt.
Beim Fotoshooting zeigte Vic vollen Einsatz. Sie versuchte eine Palme zu erklimmen rutschte ab und wurde an mehreren Stellen von den Spitzen der Pflanze punktiert.


Weiter ging es zu dem Rand eines künstlich angelegten Wasserfalles. Vic watete todesmutig bis an den Rand nur für das perfekte Foto. Nur gut das das Ding ausgestellt war sonst wäre sie nass geworden. Auch das meisterte sie.



Auch ein paar Blumen musste ich unbedingt noch fotografieren. Unglaublich wie künstlerisch man nach Sekt zum Frühstück wird.




Wieder auf dem Zimmer bemerkten wir das die Putzfrau schon durch war und wir hemmungslos das nächste Getränk zu uns nehmen konnten. Diesmal das Mixzeug was so was von künstlich geschmeckt hat aber durch die selbstgepflückte Limette sehr edel wirkte.

Wir verbrachten die Zeit weiter mit Lesen und Kartenschreiben. Ich hasse es Postkarten zu schreiben. Immer die selben Floskeln mit den selben bescheuerten Motiven auf der Front. Ich freue mich ja persönlich immer auf Karten von fremden Ländern. Also muss ich mich dem unausgesprochenem Gesetz fügen und meiner Umwelt nicht nur mit sozialen Netzwerken auf den Wecker zu gehen sondern das auch noch in Papierform zelebrieren.
Nach dem ganzen Stress stand erst mal ein sehr verspäteter Mittagsschlaf an. Nur wurde die Ruhe mal wieder von so einem pseudointellektuellen Opernsänger gestört der ohne Rücksicht auf Verlusste alte Musikklassiker verhunzte. Das die jeden Abend hier so einen Hafensänger engagieren sollte sich das Hotel mal gründlich überlegen. Nicht nur das die gruselig singen, nein die ganze Anlage wird beschallt und das nicht zu wenig.
Nach der kleinen Ruhephase ging es zum Abendessen und wir lesen noch ein wenig. Ich habe bis jetzt hier zwei Bücher gelesen die ich nur weiterempfehlen kann. Sie heißen "In die Wildnis allein nach Alaska" und "In eisigen Höhen Das Drama am Mount Everest".

Beide wurden von Jon Krakauer geschrieben und lohnen sich sehr zu lesen.
Ach ja und wir haben noch umfangreiche Recherchen für einen Earth Cache durchgeführt um ihn loggen zu dürfen. Mal sehen ob unser geologisches Wissen hier richtig angewandt wurde. Sonst ist nichts passiert, einfach nur Entspannung. Morgen soll es wieder auf Tour gehen doch wo genau wissen wir noch nicht.
Gute Nacht liebes Tagebuch

Position:Lugar Lomoquiebre,Playa de Mogán,Spanien

Montag, 26. August 2013

Gran Canaria Tag 8 Die Blauen Kacheln und San Nicolas de Tolentine


Heute sollte es wieder ein wenig über die Insel gehen. Ein paar Geocaches ein bisschen Klettern und ein Abstecher nach San Nicolas de Tolentine.
Gestern Abend hat Vic das bitte nicht stören Schild noch raus gehängt um nicht wieder von der Putzfrau geweckt zu werden. Die haben hier komische Zeiten für die Zimmerreinigung. Mal wollen sie schon um 08:00 Uhr ins Zimmer und an einem anderen Tag kamen sie erst um 17:00 Uhr.
Als wir zum Frühstück aufbrachen war das Schild auf bitte reinigen umgedreht. Hier ist ein Spaßvogel unterwegs. Um nach dem Frühstück keine Zeit mit Warten auf die Reinigung des Zimmers zu verlieren blockten wir das Zimmer wieder mit bitte nicht stören. Nach dem Frühstück war das Ding schon wieder umgedreht. Wird ja immer lustiger. Aber die Putzfrau war noch nicht in unserem Zimmer und wir konnten in Ruhe unser Reisegepäck auffrödeln. Vorher habe ich wieder Vics Fuß mit Panzertape verbunden.
Vor der Tour mussten wir noch einkaufen. Total Kundenfreundlich, sonntags kann man bis 13:00 Uhr noch in den Supermarkt.
Das Auto war voll mit Wasservorräten (und anderem) wir konnten aufbrechen. Unser erster Anlaufpunkt war El Mulino de Viento was soviel wie die Windmühle heißt. Hier steht nicht nur Gran Canarias größte und beste Windmühle im top restaurierten Zustand.


Hier ist auch die erste Station für einen Multi Cache. Da die Riesen Windmühle nicht genug ist wurden Alltagsgegenstände in mehrfacher Vergrößerung neben die Mühle gebaut.


Wir sind eben auf Groß Canaria. Auch wenn die Mühle für einen Hildesheimer mehr als Lüfter für das Büro durchgeht ist das ganze schön anzusehen. Leider ist die überdimensionale Abbildung eines Camping Gaskochers nicht mehr intakt, aber man kann es noch erkennen.

Die Infos zur Koordinaten Berechnung sind schnell gefunden. Als Vic mir die Rechnung diktiert bin ich zu blöd das ganze in den Taschenrechner einzugeben. Wir sind gestern noch ein wenig versackt und die Auswirkungen lähmen mein Gehirn.
Die Hürde haben wir auch noch gemeistert und weiter ging es mit dem Auto zu nächsten Station. Vorher machten wir über sehr schmale Serpentinen noch einen Abstecher zu einem Klettercache.


Der sollte das Highlight des Tages werden.
Als wir ankamen parkten wir an einem Seitenstreifen aus Schotter und rauchten eine Zigarette. In den Bergen hallte das Gebell von Hunden einer Treibjagd. Im August darf auf Gran Canaria an den Wochenenden gejagt werden. Das ist eine Art Volkssport hier, unterwegs haben wir immer wieder leere Schrothülsen gefunden. Also besser nicht als Bergziege tarnen.
Wir waren auch nicht allein an unserem Rastplatz. Eine Canarische Großfamilie feierte hier einen Geburtstag. Mit viel zu essen und mindestens drei Generationen. Total schön, da fahren die in die Berge um mit der ganzen Sippe am Arsch der Welt zu feiern.
Als wir gerade unsere Rucksäcke schulterten, kamen zwei Personen von der Feier auf uns zu. Der eine sprach nur spanisch aber während er erzählte übersetzte sein jüngerer Begleiter simultan ins englische. Ohne es zu ahnen standen wir an einer Zufahrt zum Festplatz der Familie. Konnte man nur schwer erahnen da es für uns wie eine Schotter Böschung aussah. Später sahen wir das die Feiermeute komplett mit 4x4 Fahrzeugen angereist ist, da ist so eine Böschung natürlich kein Hindernis.
Ihr Anliegen war es das wir den Wagen umsetzten so das sie besser mit ihren Geländewagen rausfahren können. Die beiden waren total höflich obwohl wir blöden Touris ihre Einfahrt zu parkten. Und dann das, die beiden Einheimischen fingen sofort an Steine der Böschung aus dem Weg zu räumen so das ich besser parken kann.
Und daraufhin bedankten sie sich auch noch mehrfach. Sehr sympathische Menschen.
Wir ließen die Familie weiter feiern und begaben uns zum Klettercache. Der Weg dorthin bestand aus tonnenschweren Felsblöcken die sich wie eine Leiter hoch in die Berge erstrecken.

Irgendwo dort oben liegt eine Tupperdose.
Von unten versuchten wir eine Route auszumachen um nach oben zu kommen. Gar nicht so einfach in dem Wirrwarr aus Spalten und Überhängen. Aber wir kamen gut voran. Wir erkletterten Block um Block bis wir einen Engpass erreichten.



Mit einiger Mühe wäre ein Aufstieg möglich aber der Abstieg eher nicht. Ich suchte noch Alternativrouten wurde aber nicht fündig.


Und dann gab es da noch ein Problem. Stellenweise waren die Felsen so heiß das man sich an ihnen nicht festhalten konnte. Noch nicht mal Sitzen war auf ihnen möglich. Selbst die kleinste Berührung schmerzte, ich hätte Spiegeleier auf Stein braten können. Wollte ich eh mal ausprobieren aber nicht heute.
Wir überlegten lange und die Entscheidung war nicht einfach aber wir brechen gedemütigt ab. Unter diesen Umständen ist ein sicherer Auf- und Abstieg nicht gewährleistet.
So was ist echt scheiße und im Nachhinein quälen einem immer die Gedanken hätte man es nicht doch irgendwie geschafft. Aber die kleine Kletterei hat trotzdem Spaß gemacht.
Mit gesenktem Haupt ging es zurück zum Wagen. Wir steuerten den nächsten Punkt des Multicaches an.
Der führte uns zu den blauen Kacheln von Gran Canaria.


Es handelt sich um Blaugrüne Verfärbungen im Gestein der Berge. Es handelt sich gleichzeitig um ein Wahrzeichen von Gran Canaria. Sieht ganz nett aus es gibt aber Schöneres auf der Insel.
Für den Cache mussten wir noch ein Schild finden und aus den Infos Koordinaten errechnen.

Das gelang Vic auch recht schnell. Am Auto wurden die Koordinaten in das GPS übertragen. Dann die Ernüchterung, das kann nicht stimmen die sind mitten im nirgendwo. Also Fehleranalyse, ich noch mal zum Schild und Buchstaben gezählt. Komme aber auf das gleiche Ergebnis wie Vic. Dann fiel der Groschen, Punkt vor Strich Rechnung. Jetzt haut es mit den Koordinaten hin und in unmittelbarer Nähe können wir den Cache heben.

Wir wollten heute auch noch den Westen von Gran Canaria erkunden und fuhren weiter bis San Nicolas de Tolentino. Das dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Das liegt an den endlos wirkenden Serpentinen. Als wir ankamen entdeckten wir eine typische Canarische Stadt. Der Tourismus hat hier augenscheinlich noch keinen Einzug gefunden.
Uns gefiel das sehr und wir fuhren noch weiter bis zum Meer.
Und dort befand sich das pure einheimische Leben. Es gab Schotterstrände einen kleinen Park mit tausend Sitzgelegenheiten. Kleine Bars säumten die Promenade und alles war voller Leben. Trotz der vielen Menschen wirkte alles total gelassen.




Das scheint ein Ort fern der Touristen zu sein und es sind so gut wie nur Einheimische hier die relaxen wollen. Eine echt schöne Atmosphäre. Wir ließen uns am einsamen Steinstrand nieder und genossen einen kleinen Snack für Vic gab es Müsliriegel und für mich Reisesalami.


Leider mussten wir uns langsam auf den Rückweg machen es wurde schon spät. Aber der Ausflug hat sich mehr als gelohnt.
Wir benötigten für 36 Km. Rückweg ca. eine Stunde Fahrzeit. Das deckt sich ziemlich mit meiner Formel die ich auf La Gomera schon einmal angewandt habe. 30 Inselkilometer entsprechen 1 Stunde im Auto.
Der Rückweg war unspektakuler. Wieder im Hotel freuten wir uns auf ein eiskaltes Bier aus unserem Kühlschrank.
Morgen wollen wir eine alte Tradition weiterführen. An einem Tag im Urlaub gibt es Sektfrühstück. Das Auto bleibt dann stehen und wir relaxen im Hotel oder der Umgebung.
Ich möchte unbedingt noch mal Schnorcheln und werde das wohl am Steinstrand von Puerto de Mogan mal probieren. Das war es für heute.
Gute Nacht Liebes Tagebuch
Ps: ich wollte heute den Wein von Vic entkorken und habe durch meine übermenschlichen Kräfte die Mitte des Korkens entfernt.



Position:Lugar Lomoquiebre,Playa de Mogán,Spanien