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Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
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Darum, Mensch, sei zeitig weise!
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Zitat
Wilhelm Busch

Geocaching

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Dienstag, 8. Juli 2014

Teneriffa Tag 5 Barranco Madre del Agua

Teneriffa Tag 5 Barranco Madre del Agua

 

Stufen des Todes oder Leiter zum Himmel

Puerto de La Cruz wird von einer dicken Wolkenschicht heute morgen förmlich verschluckt. Nur wir werden mal wieder mit Sonnenschein belohnt. Das Frühstück konnten wir so wieder auf der Terrasse einnehmen.

Heute soll es zum Barranco Madre del Agua gehen. Wir haben im Rother Wanderführer eine schöne Tour entdeckt (Nr. 5 Teneriffa).

Nach dem Frühstück ging es recht schnell los Richtung La Caldera. Die Anfahrt war mit ca. 20 Km überschaubar und schon bald standen wir auf dem Parkplatz der auch gleichzeitig der Start zur Wanderung ist.

Das Wetter ist mittlerweile noch bewölkter und in kurzer Bekleidung recht frisch. Aber erfahrungsgemäß wird uns auf Tour eher selten kalt. Wir belassen die lange Kleidung im Rucksack und fangen an uns warm zu laufen.

Wir begegnen einigen Menschen die uns irgendwie irritieren. Wir hochgerüstet und der Rest eher rüstig. Es scheint ein Rentner Schleichweg zu sein. Doch der Rother hat die Route als rot ausgeschrieben.

 

(Blau-leichter Spaziergang Rot-schwierig erfordert Trittsicherheit Schwarz-du bist lebensmüde)

Ein kleiner Blick in die Wegbeschreibung sagt das wir den breiten Forstweg nach einer halben Stunde verlassen und dann können wir schön steil Berg auf kraxeln. Also alles gut.

In diesem Bericht gibt es übrigens kein Rother bashing, die Tour ist gut beschrieben und die Gehzeiten sind realistisch.

Nach einiger Zeit sehen wir schon das kleine Wasserhäuschen an dem wir rechts abbiegen müssen um endlich mal wieder bergauf zu gehen. Dabei passieren wir eine geführte deutsche Wandergruppe und begrüßen uns. Als wir die Treppen zum Weg passierten fragte ich Vic:"Hast du das Schild auch gesehen ?". Vic "welches Schild" dann dreht sie um und schaut nach. Der Weg ist gesperrt. Da spricht uns der deutsche Wanderführer an und fragt welchen Weg wir suchen (Ich liebe diese Hilfsbereitschaft unter Wanderern) wir sagten wo wir lang laufen möchten und das wir wegen dem Schild verunsichert sind. Er berichtet uns das so ein Schild in der Regel bedeutet das der Weg im schlechten Zustand ist. Er selber kennt den Zustand leider nicht.

Wir beschließen den Weg trotzdem zu gehen, sollte uns etwas zu gefährlich erscheinen drehen wir einfach um.

Am Wasserhäuschen machen wir eine kurze Pause und beginnen mit dem Aufstieg.

Und der ist mehr als einschüchternd. Technisch nichts schwieriges aber es geht verdammt steil in Stufen bergauf. Der Aufstieg ist mehr als kräfteraubend. Die Holzstufen sind teilweise sehr marode oder nicht mehr vorhanden. Jeder Schritt fordert Konzentration und auf diese Weise müssen wir 300 Höhenmeter auf sehr kurzer Distanz zurücklegen.

Im Original noch steiler

Beim Aufstieg geistert mir das Lied Stairway to Heaven durch den Kopf aber meine Beine sagen was zur Hölle soll das.

Das Wetter spielt uns heute zu, bedeckt kaum Wind wir schwitzen nur mäßig.

Die Landschaft ist wunderschön und genau nach unserem Geschmack.

Auf den letzten Metern zum Gipfelpunkt schaue ich immer wieder auf den Höhenmesser und gebe die aktuellen Zahlen an Vic weiter das motiviert. Endlich erreichen wir den Scheitelpunkt. Der Weg verändert sich und wir gehen leicht bergab. Jetzt folgen wir keinen Holzstufen mehr sondern sind auf einem schmalen Bergpfad unterwegs. Dieser ist stellenweise nur 40 cm. breit und geht zu unserer rechten Seite steil bergab. Verniedlicht ausgedrückt bedeutet ein Fehltritt AUA.

Besser nicht runterfallen

Wir kommen gut voran und die Landschaft zieht uns in ihren Bann. Traumhaft schön wandern wir durch Wolken und passieren kleine Lichtungen in denen die Sonne ihre Strahlen durch die Kiefern schickt. Wir können auch hin und wieder Richtung Küste schauen, unglaublich wie hoch wir sind.

Wir folgen einer Levada und passieren ein Wasserrückhaltebecken. Einfach nur geil, da ich das nicht in Worte fassen kann folgen Bilder.

Um diese beeindruckende Landschaft und Wanderung zu visualisieren habe ich heute meine Actioncam mit. Als ich sie anschalte geht sie wieder aus, Akku lehr. Dieses Jahr ist aber auch der Wurm drin. Übrigens liegt mein Akku Ladegerät für den Fotoapperat auch zu Haus. Ich habe noch einen vollen Ersatzakku und muss mich disziplinieren nicht bei jeder Gelegenheit die Kamera zu zücken um Strom zu sparen.

Wir folgen weiter dem Weg bergab, abstürzen kann man jetzt nicht mehr dafür wird er steiler.

Nach ca. 40 Minuten sind wir wieder am Forstweg und überglücklich. Uns erfüllt so eine Tour immer mit Stolz. Nicht aufgeben und alles geben. Dafür wird man mit unvergesslichen Bildern im Kopf belohnt. Keine Kamera der Welt kann das erfassen was wir gesehen und erlebt haben.

Bergsteiger werden immer kritisiert weil sie ein so gefährliches Hobby haben und etliche Menschen dabei tödlich verunglücken.

Wir klettern nicht den Mount Everest hoch, oder machen ähnlich gefährliche Dinge. Doch kann ich die Sucht nach Herausforderungen in der Natur sehr gut nachvollziehen. Die Grenzen zwischen Gefahr und Leichtsinn sind fließend.

War es leichtsinnig einen gesperrten Weg zu gehen, vielleicht aber wir haben immer die Option des Umkehrens gehabt. Ist es leichtsinnig einen schmalen Weg an einem Abgrund zu laufen, aus unseren Augen nein wir sind trittsicher. Abgesehen davon haben wir uns auf einem ausgewiesenen Wanderweg bewegt also alles halb so wild.

Der Grund für die Sperrung ist offensichtlich der schlechte Zustand der Holzstufen. Weiterhin haben wir eine Holzbrüstung gesehen die durch Steinschlag zermalmt wurde. Die Behörden müssen so einen Weg sperren um nicht für Unfälle verantwortlich gemacht zu werden.

Es war eine Hammer Tour. Wir gehen noch 30 Minuten auf dem gut ausgebauten Forstweg zurück zum Auto. Am Parkplatz entdeckt Vjc noch ein Schild für öffentliche Toiletten und Vic wollte noch eine aufsuchen.

Was wir dann sahen verschlug uns die Sprache. Ein Fußballfeld großer Grillplatz für hunderte Personen. In der Mitte ist ein Spielplatz und im äußeren Ring sind aus Stein gemauerte Grill Parzellen. Die befinden sich 360° um den Spielplatz. Und in den umliegenden Wald sind Sitzgelegenheiten und meterlange Tische strategisch im Schatten platziert. Ein Traum für jeden der gerne totes Tier auf offenen Feuer einäschert. So ein Platz ist in Deutschland undenkbar. Wir haben schon oft solche Plätze auf den Kanaren gesehen aber dieser ist definitiv die Superlative.

Voller fantastischer Eindrücke fahren wir wieder zurück ins Hotel.

Unterwegs kaufen wir noch Chips im Lidl für das Fußball Halbfinale.

Vic ist schon ganz aufgeregt und will das Spiel unbedingt sehen.

Im Hotel angekommen macht Vic noch ein Nickerchen und ich plane die Tour für morgen.

Nach dem Duschen konnte ich mir einige Hautschichten vom Fuß ziehen, hätte ich mal meine Stiefel auf Tour nachgeschnürt. Dann hatte ich den Versenschlupf verhindert. Das ist doch immer das Gleiche man läuft wie ein hypnotisiertes Karnickel durch die Landschaft und vernachlässigt die Grundlagen.

Egal ich habe ja mehr als eine Hautschicht, morgen geht es wieder los und ich habe total Bock drauf.

 

Gute Nacht liebes Tagebuch

 

Ps: Deutschland gewinnt im WM Halbfinale 7:1 gegen Brasilien.

 

PPs: Wir mussten heute Abend noch mal Stairway to Heaven auf Youtube hören.

 

Montag, 7. Juli 2014

Teneriffa Tag 4 Los Roques

Teneriffa Tag 4 Los Roques

Oder probier's mal mit Gemütlichkeit

Hola, wir wurden wieder mit einem traumhaften Morgen belohnt. Es ist angenehm warm und die Sonne scheint im sonst bewölkten Norden von Teneriffa. Heute lassen wir es ruhig angehen. Wir frühstücken ausgiebig und genießen die Sonne auf der Hotel Terrasse.

Der gestrige Tripp steckt uns noch in den Knochen, aber wir haben nicht einmal einen Muskelkater davongetragen. Der geschundene Körper kann also noch was ab.

Da wir die Füße nicht ganz still halten können wollen wir noch ein wenig die Gegend um unser Hotel erkunden. Und natürlich ein wenig Geocachen.

Wir marschieren als erstes runter an die Küste, direkt unterhalb unseres Hotels. Dort sind einige Pfade angelegt die einen super Ausblick auf das Meer bieten. Außerdem gibt es hier einen Geocache in einer Höhle. Da muss ich natürlich reinkriechen.

Gesagt getan nur leider ist sie ein wenig niedrig und ich haue mir zwei mal schön den Rücken an spitzen Steinen der Decke an. Der schmale Gang führt mich ca. 20 Meter in den Fels und soll angeblich ein Versteck für Piraten gewesen sein. Das müssen aber sehr kleine Piraten gewesen sein. Am Ende des Ganges finde ich dann noch unsere Tupperdose und wir können uns in das Logbuch eintragen.

 

Danach gingen wir eine schmale Treppen nach unten Richtung Meer. Vic sah einen Mann mit zwei Kampfhunden die nicht angeleint waren. Und da ihr fremde Hunde nicht geheuer sind mussten wir die ganzen Treppen wieder bergauf rennen. Bei der Hitze gar nicht so einfach.

 

Wir platzieren uns strategisch unter einem Baum, der bietet nämlich Schatten und warteten die Hundekollone ab.

Danach geht es die steilen Treppen wieder bergab. Am Strand angekommen wollen wir erkunden was die seltsame blaue Erscheinung in der Felswand ist die wir ständig von unserem Balkon sehen können. Der Weg dort hin ist steinig und schwer. Strand ist ein wenig falsch formuliert. Man muss sich das in etwa wie ein mit Bällen gefülltes Schwimmbad vorstellen und darauf muss man gehen. Die Küste ist mit Steinen in der Größe von Medizinbällen bis Golfbällen übersät. Das macht das Laufen zu einem Balanceakt. Wir lieben aber solche Küsten. Das ist einfach die ursprüngliche Natur der Kanaren.

Das blaue Objekt ist übrigens nur eine Plane vor einer Höhle, es hat sich total gelohnt einen gebrochenen Knöchel zu riskieren.

Und ja es hat sich gelohnt. Die Kulisse ist traumhaft, wir suchen uns zwei bequeme Sitzsteine und schauen dem Meer zu. Die Wellen brechen in einem Schauspiel das den Betrachter total hypnotisiert. Das ganze wird mit ohrenbetäubendem Rauschen und dem typischen Klacken der Steine die durch die Wellen aufeinander geschlagen werden untermalt. Wir sitzen eine ganze Weile dort und schauen einfach in die Gischt. Diese wahnsinns Kraft die die Wellen mit sich bringen lässt uns so klein erscheinen.

Blick auf die Touri Bunker

Mein Tipp für gestresste Menschen, einfach mal ans Meer setzen und es mit Gemütlichkeit probieren.

Unser Hotel

Nach dem die Tiefenentspannung eingesetzt hat und der Tiefschlaf droht brechen wir wieder auf und latschen die tausend Stufen wieder hoch. Wir erkunden noch ein wenig die Gegend der Hotelbunker gegenüber von unserem Hotel drehen aber stantepede wieder um. Hier möchte man nicht tot am Gartenzaun hängen. Wir beschließen noch im örtlichen Minimarkt Zigaretten und Wein zu kaufen und dann ganz gemütlich den Tag ausklingen zu lassen.

Unterwegs finden wir noch eine Steinbank mit Meerblick und rasten ein wenig. Es dauerte kein zwei Sekunden da schauten schon die ersten Eidechsen aus den Mauerritzen vor uns. Gefühlt gibt es 1 Milliarde Eidechsen auf der Insel. Sie rennen von A nach B und wir beobachten das Schauspiel total belustigt. Wer braucht da schon den Loro Park. Das ist besser als jeder Zirkus und ich fotografiere die Kleinen fleißig. Auf einmal rennt eine ca. 20 cm Eidechse auf die Füße von Vic zu, stoppt kurz vorher und fängt an mit den Vorderfüßen zu scharren, ein total lustiges Bild.

Leider wurde unsere Idylle mit den Echsen von zwei jungen Männern gestört. Die setzten sich auf die Mauer und breiteten alle Utensilien vor uns aus um eine Tüte zu drehen. Wir lassen den Beiden den Meerblick mit Mary Jane und gehen weiter zum Mini Markt.

Am Mini Markt waren sehr viel Menschen die einfach so rumlungerten und Bier tranken. Als wir den Laden betraten fingen auf einmal alle an wild loszuschreien. Das wirkte sehr bedrohlich gerade wenn man die Sprache nicht versteht. Und das geht eine gefühlte Ewigkeit jeder brüllt den Anderen an. Und dann kam das was kommen musste, sie lachten wie die Blöden und waren die besten Freunde. Es handelte sich keineswegs um eine aggressive Auseinandersetzung, sondern irgendetwas hat den ganzen Mob freudig erregt. (Wir waren es nicht, keiner hat uns beachtet nicht mal der mitgröhlende Kassierer)

So kann man sich täuschen.

Wir kauften noch Zigaretten für schlanke 2 € die Schachtel und begaben uns wieder in das Hotel.

Dort gab es erst einmal ein kleines Bierchen und wir ließen die Seele einfach mal baumeln. Entspannung pur. Morgen geht es wieder auf Wanderschaft. Eine Barranco Tour, soll anstrengend aber sehr schön sein.

 

Gute Nacht liebes Tagebuch

 

Ps: Vic hat sich den ganzen Tag schon auf das Brasilien-Deutschland Fußballspiel gefreut, nur um festzustellen es ist morgen. Orientierung im Gelände Top - zeitliche Orientierung ist in Deutschland geblieben. ;-)

 

PPs: Als ich gestern nach der Tour duschen war sah ich einen deutlichen Kontrast zwischen Fuß und Bein. Ich dachte, man was bist du braun geworden. Nach der Dusche war die Bräune in Form von Dreck abgewaschen und ich war wieder unifarbig.

 

Wer kann das übersetzen ?

 

Sonntag, 6. Juli 2014

Teneriffa Tag 3 Paisaje Lunar

Teneriffa Tag 3 Paisaje Lunar

 

Oder wie sieht eine Mondlandschaft eigentlich aus.

Der Tag hätte nicht besser beginnen können, die Sonne scheint im Norden von Teneriffa und es ist warm. Im kurzen Beinkleid gehen wir zum Frühstück und genießen erst einmal auf der Terrasse einen Caffe con Leche. Das Leben kann so schön sein. Vic fütterte noch ein paar Eidechsen mit Brotkrümeln und wir rafften uns schweren Herzens auf.

Heute soll es zum Paisaje Lunar gehen. Übersetzt heißt das in etwa der Weg des Mondes. Der Wanderweg führt in die Berge und am Ziel soll man eine Mondlandschaft vorfinden. Diese besteht aus abgefahrenen Basalt Steinformationen. Vic hat die Tour gestern in unserem allseits beliebten Rother Wanderführer gefunden. Rund zwei Stunden reine Gehzeit wird angegeben und ein paar Höhenmeter. Klingt alles sehr spannend. In unserem Hauptquartier

 

planen wir noch die Anfahrt und nach dem ich meinen Rucksack mit etlichen Kameraequipment gefüllt habe geht es auch schon los Richtung Vilaflor. Ich habe sogar ein Stativ mit im Rucksack um schöne Fotos von uns in der Mondlandschaft zu machen.

Die Autofahrt war mit über zwei Stunden Fahrzeit recht lang aber wir haben den Fuß des El Teide gesehen und bewegten uns über der Wolkendecke. Das ist immer sehr beeindruckend.

In ewig langen Serpentinen schrauben wir uns den Berg hoch und das Grün verschwindet mit jedem Höhenmeter den wir durch das Gebirge fahren. Die Straßen sind recht gut ausgebaut trotz dem benötigt man beim Serpentinen fahren die volle Konzentration. Wer will schon den beschwerlichen Weg hochfahren nur um runterzufallen. Die Gegend rund um den Teide gleicht dem Mars aber nicht dem Mond. Vermuten wir, es war ja noch kein Mensch auf den beiden Planeten um das zu beurteilen.

Als wir die Einfahrt zur Wanderung erreichten kam die Verunsicherung. Das ist doch keine Straße, nur ein schotterweg. Auf unserer Karte sind übrigens Bushaltestellen und Parkplätze auf der Zufahrt eingezeichnet. Entweder wurde das alles gesprengt oder es handelt sich um eine Fehlinformation. Wir fahren ein kleines Stück weiter und finden einen Parkplatz.

Dort studieren wir eifrig die Karte und den Wanderführer. Was bleibt ist ein großes Fragezeichen.

Ein Entschluss musste her, und der war einfach. Loslaufen, wir verzichten auf die Anfahrt mit dem Auto im Rother Wanderführer wird das auch so beschreiben. Wenn wir es richtig interpretiert haben. (Haben wir nur ist die Info seit einiger Zeit Falsch)

Mittlerweile liegen die Temperaturen bei 30°C und keine Wolke ist am Himmel. Irgendwie total schön wenn man so im Schatten steht.

Vom Parkplatz aus gingen wir über die vielbefahrene Bergstraße zur Schotterpiste. Dort inspizierten wir erst einmal die vielen Schilder Autos dürfen durch Pferde nicht und ein Stück weiter steht ein Absperrgitter was vor Baufahrzeugen warnt. Weiterhin gibt es ein Hinweisschild mit Jagdzeiten in der Gegend.

Als wir so ratlos rum stehen prescht eine Auto Kolonne an uns vorbei. Dies sorgte für einen zarten Grauschleier auf unsere Haut in Form von Staub und Dreck.

In der Verwirrung fragt Vic nach dem Wanderführer, der liegt aber noch auf unserem Autodach. Ich gehe also wieder die Straße bergab in der Hoffnung nicht überfahren zu werden und hole den Wanderführer.

Endlich geht es los. Wir schlappen über die staubige Piste immer Berg an. Der Weg scheint kein Ende nehmen zu wollen. Und das beste an der Sache ist die Sonne. Es gibt einfach keinen Schatten und es weht kein Lüftchen. Mit anderen Worten, scheiße ist das anstrengend.

Eine Stunde lang kämpfen wir uns durch die Staubwüste bis wir endlich den eigentlichen Ausgangspunkt der Wanderung erreichen. Unterwegs sind uns einige einheimische Bauern in ihren Geländewagen begegnet und zu unserer Überraschung grüßen sie uns alle. Wir werden als Wanderer nicht als Fremdkörper in ihrer Heimat wahrgenommen sondern als gute Gäste. Das stimmt positiv.

Bevor wir den Berg besteigen machen wir noch an einem der wenigen schattigen Plätze rast. Dort begegnen wir auch einem Wanderer wieder der uns auf der Staubpiste überholt hat. Man spricht nicht miteinander sondern grüßt, lächelt und lacht. (Und schwitzt wie ein Schwein)

Auf dem Weg sind wir immer wieder den gleichen Personen begegnet und das Phänomen war das gleiche. Aber worüber soll man auch sprechen. Der gegenüber hat gerade den selben Kampf gegen die Hitze und den Aufstieg hinter sich. All das ließt man aus den Gesichtern und umgekehrt. Ein sehr schönes Erlebnis, es hat eine gewisse Vertrautheit ohne sich zu kennen. Man wird auf dem Weg zu einer unfreiwilligen Leidensgemeinschaft die das selbe Ziel antreibt. Wenn auch durch unterschiedliche Beweggründe.

Der Grund warum man sich immer wieder begegnete war recht banal. Es gibt keinen Schatten auf dem ersten Wegabschnitt, nur Hitze Geröll und Höhenmeter. Man muss regelmäßig Pause machen um nicht kaputt zu gehen. Und hat man ein Schattenplatz entdeckt bleibt man auch für ein paar Minuten. Und so machen es auch die anderen, sie überholen dich auf der Suche nach Schatten. Und wenn sie rasten überholst du sie. Ein einziger Schattenkampf.

Wir schritten also den Berg weiter hoch, eigentlich müssten wir die Gesteinsformationen schon längst passiert haben laut Beschreibung.

Wir rätseln was hier falsch gelaufen ist. Bis ich die Vermutung aufstelle wir haben den Punkt schon längst passiert, nur nicht erkannt. Wer weiß schon wie es auf dem Mond aussieht.

Wir stehen jetzt vor der Entscheidung, abrechen und zurück oder weiter bergauf und den Rundweg beenden. Ich checkte mit dem GPS unsere Höhe, 1925 Meter über NN. Der Gipfel liegt auf 1950 Meter NN danach geht es auf dem Rundweg nur noch bergab. Aufgeben ist keine Option vor allem weil der Rückweg genau so lang ist wie der Abstieg über den Gipfel. Nur noch 25 Höhenmeter das ist doch ein klacks. Aber auch hier schwindelt der Rother ein wenig bei 1950 Meter NN geht es weiter bergauf. Bis wir eine Spitze von 1990 Meter NN erreicht haben. 40 Meter im Off bei einer Bergwanderung sind schon fahrlässig. Auch wenn der Weg gut gekennzeichnet ist.

Wer keine Vorstellung von Höhenmetern hat soll sich einfach mal eine 40 Meter Leiter einbilden und hochkraxeln. Höhenmeterangaben sind beim Bergwandern sehr wichtig für die Orientierung.

Hier war es einfach nur ein Nervfaktor, man denkt jetzt kommt das Ziel und es geht doch nur weiter bergauf ohne ein absehbares Ende.

Wir sind über den Berg es geht Berg ab.

Endlich kamen wir zur versprochenen Mondlandschaft, doch irgendwie ist der Ausblick langweilig. Lustig geformter Basalt an einer Felswand. Im Rother sah das ganz anders aus. Die Fotos im Rother waren aus der Sicht eines Teleobjektiv aber nicht aus der Sicht eines Wanderers. Wir sind enttäuscht treffen aber alte bekannte wieder. Wir beginnen mit dem Abstieg.

Der Abstieg war schwieriger als gedacht, sehr steil und nur loser Untergrund. Kommt man hier ins straucheln poltert man lange bergab. Diese Passage wurde im Rother überhabt nicht erwähnt. Hier gehen Menschen mit ihren Kleinkindern lang.

Je weiter wir von der tollen Mondlandschaft absteigen desto mehr Menschen kommen uns entgegen. Und was ich da sehe macht mich wütend. Mütter mit Kind, kein Rucksack keine Wasserflasche. Um es vorweg zu sagen unsere zwei Stunden Wanderung hat 5 Stunden gedauert und eigentlich währen es 6 geworden, dazu später mehr.

Die Schreiber von Wanderführern haben in meinen Augen auch eine gewisse Verantwortung. Nur durch ihre Bücher werden Horden von Menschen in die Natur bewegt. Und die trügerische Sicherheit die ein kleines Buch gibt veranlasst die Menschen leichtsinnig zu werden. Unsere Wanderung wurde im Rother als leicht (blau) gekennzeichnet. Das mag stimmen aber einige Passage waren es eben nicht und der unbedarfte läuft weiter in sein Unglück. Wir haben die Tour ja auch unterschätzt aufgrund der Beschreibung. Aber wir waren entsprechend gerüstet.

Auf fast 2000 Meter NN kann das Wetter auch mal umschlagen und so weiter.

Hier einmal unsere Ausrüstung im kurz Überblick

Zipp Off Hose, Hosenbeine im Rucksack

Dicker Fliespulli im Rucksack

Müsliriegel

3 Liter Wasser pro Person

GPS

Karte + Kompass

Feste Bergstiefel

Handy

Erste Hilfe Set

Taschenlampe

Das ist eine Minimalaustattung für uns. Auf Feuer und Messer gehe ich jetzt nicht ein.

Ich will auch nicht jedes Jahr wieder aufs neue lästern.

Eine Familie ist mir besonders aufgefallen, eine Frau mit Hochhackigen offenen Schuhen ist hier oben am Berg, ich dachte das ist ein Traum, ein Alptraum.

Doch sie bewegt sich sehr schnell in diesem Terrain, unglaublich. Wir werden sie wieder treffen.

Ich fotografiere kaum weil ich ich mich im sogenannten Wander Delirium befinde. Der Körper sagt ich will nicht mehr und der Geist steuert den Körper nur noch nach vorn. Der Blick ist nicht mehr auf die Landschaft gerichtet sondern nur noch auf den nächsten Schritt. Ein schönes Gefühl, man ist innerlich total lehr. Das einzige was zählt ist der nächste Schritt. Man merkt dabei körperliche Beschwerden auch nicht mehr. Das muss man erleben totale Freiheit.

Und wer mich jetzt als Esoteriker hinstellt bekommt einen Bergstiefel in den Arsch.

Wir steigen weiter ab und erreichen überglücklich unseren Ausgangspunkt.

Doch es liegen noch 6 Km Staubpiste vor uns.

Vic spekuliert darauf das wir als Anhalter bei irgendwelchen Wanderern zu unserem Auto mit fahren können.

Ich war da Pessimist.

Wir machten in der Nähe eines Autos im Schatten noch eine Rast. Und dann kam die Dame mit den hochhackigen Schuhen auf uns zu.

"Do you Need a Lift"

Und Vic yes OK

So fuhren wir mit einer Belgischen Familie (Mutter,Vatter, Kind)

Richtung Mietwagen. Sehr sympathische Menschen, sie waren immer Backpacker und bereisten viel Asien bis sie ihr Kind bekamen. Ich stehe total auf solche Begegnungen. Aber mir ist das auch immer sehr unangenehm weil mein Englisch für den Arsch ist. Gut das die Vic an meiner Seite ist.

 

Jetzt düsen wir noch 150 km ins Hotel

 

Leider ist die die Zeit für Essen im Hotel vorbei und wir holen uns auf einen Sonntag im Lidl TK Pizza.

 

Tageskilometer im Auto : 200

Wanderstunden :5

 

Ps: Rechtschreibung korrigiere ich morgen bin im Arsch und die Fotos sind nicht chronologisch

 

 

Samstag, 5. Juli 2014

Teneriffa Tag 2 Die Küstenwanderung

 

 

Oder als die Eidechse das Fliegen lernte

 

Der Tag begann mal wieder viel zu früh, warum muss man im Urlaub auch bis 03:00 nachts auf dem Balkon abhängen. Aber pünktlich um 8:00 Uhr krochen wir nicht wirklich ausgeru aus den doch sehr bequemen Hotelbetten.

Wir testeten erst einmal das Frühstück an. Südliche Länder sind ja nicht gerade für ihre üppige Frühstückskultur bekannt aber hier im Hotel übertreibt man den Minimalismus doch ein wenig. Egal wir werden satt und der Kaffee ist gut.

Unsern ersten richtigen Tag auf Teneriffa wollten wir damit beginnen die nähere Umgebung kennenzulernen. Auch das Suchen nach Einkaufsmöglichkeiten stand auf dem Plan. Und wenn wir schon einmal unterwegs sind kann man ja auch ein wenig geocachen.

Wir entschlossen uns einen Teil des Küstenwanderweges der unser Hotel kreuzt zu begehen. Ich weiß Küstenwanderweg klingt nach Fahrrad fahren in Holland. Doch wir sind ja auf Teneriffa, also nichts mit Strandspaziergang.

Als Ziel war ein zerfallenes Kloster in den Klippen angedacht, nur ein kleiner Spaziergang.

Wir rödelten also auf und die Verwandlung vom übermüdeten Touri zum Hightech Spezialeinsatz- Sonderkommando- Menschen wurde vollzogen. Keine Ahnung wie das immer passiert, da packe ich den Rucksack für einen Spaziergang und sehe danach aus als würde ich Afghanistan im Alleingang die Demokratie schenken. Was solls.

Mit noch leicht schweren Beinen schlenderten wir durch unseren Ort um den Einstieg zur Wanderung zu suchen. Auf dem Weg entdeckten wir noch einen total urigen Tante Emma Laden zum Einkaufen, perfekt.

Das Wetter ist heute mal wieder total bewölkt und mit ca. 20°C angenehm zum Gehen. Auf meinen Hut als Sonnenschutz kann ich heute verzichten.

Die Wanderung beginnt auf gut befestigten Wegen direkt an den Klippen der Küste. Ein wahnsinns Ausblick und Panorama. Die müden Füße werden immer entdeckungsfreudiger. Bald schon finden wir den ersten Geocache und wandern weiter die Küste entlang. Dabei geht es immer wieder mal steil bergab und wieder rauf. Wir genießen unsere ersten Schritte auf Teneriffa sehr.

Schon kurze Zeit später erreichten wir das zerfallene Kloster. Theoretisch ist es möglich ein nicht verschlossenes Tor zu passieren und die 1000 Stufen nach unten zu gehen. So ein Verbotsschild ist kein Hindernis. Wir verzichten aber auf den Abstecher, allerdings nur weil wir denken das man unten auch nicht mehr sieht als von oben.

Viel zu schnell haben wir unser eigentliches Ziel erreicht. Wir entschließen uns spontan den Küstenwanderweg weiter zu folgen. Ein Blick auf das GPS zeigte noch ein paar Geocaches auf dem Weg an und unser Entdeckersinn arbeitete auf Hochtouren.

Es ist einfach nur schön auf dem Weg, er führt an exponierten Stellen mit geiler Aussicht vorbei und biegt im selben Augenblick in eine dschungelartige Vegetation ab.

An einer Stelle wurden wir etwas stutzig, da lag doch eine Absperrbarke mit der Aufschrift Steinschlaggefahr im Graben. Und die zu passierende Stelle hatte Potential für Steinschlag. Dieser Weg wird aber so stark wie die Hildesheimer Fußgänger Zone frequentiert. Also passieren wir die Stelle auch, wahrscheinlich ist der Steinschlag schon längst vorbei.

An der Küste fällt uns auf das die Klippen ein Eldorado für Menschen sind, an den unmöglichsten Stellen sind Angler und trotzen der Naturgewallt. Und sie müssen fliegen können oder wohnen fest in den Felsen. Die Krönung war ein Plateau mit der Größe einer Briefmarke, dort standen drei Zelte. Man campt also auch gerne in den Klippen. Wie man an solche Stellen kommt ist uns aber schleierhaft.

Vic fand noch einen Geocache auf dem Weg und wir beschlossen langsam den Rückweg anzutreten. Auf dem Rückweg widmeten wir uns noch einem sogenannten Multi Cache (mehrere Aufgaben müssen erfüllt werden um an die Zielkoordinaten zu gelangen). Und das in einer grandiosen Landschaft. Die ersehnte Tupperdose konnten wir dann auch noch finden. Allerdings musste dafür eine kleine Klettereinlage durchgeführt werden. Nach dem wir auf dem kleinen Berg waren stellten wir fest es gibt auch einen total einfachen Weg. Ja die Navigation nach Luftlinie hat so ihre Tücken, war aber trotzdem geil.

Wir wanderten weiter zurück bis zum Kloster und rasteten dort ein wenig.

Um uns haben wir einige Eidechsen im Gebüsch ausgemacht und ich versuchte sie zu fotografieren. Das ist gar nicht so einfach. Zum Einen verstecken sie sich gern und zum Anderen leiden sie alle unter ADHS. Sie bleiben keine zwei Sekunden am Platz und schon rennen sie weiter. Da die kleinen richtige Fressmonster sind und sich alles schnappen was auf den Boden fällt probierte ich einen kleinen Trick aus. Ich warf einen Kieselstein vor meine Füße in der Hoffnung das die Eidechsen darauf zu stürmen würde und ich mein Foto bekomme. Gesagt getan und dann das: vor mit sitzt ein ca. 20 cm. Exemplar. Die Eidechse war in der perfekten Pose, das Licht leuchtete sie perfekt aus und ich hatte freies Schussfeld mit meiner Kamera. Also schnell fokussieren Auslöser drücken und......

Das Viech startete durch, direkt auf mich zu und landete in meinem Hosenbein. Ich habe mich so erschrocken das ich aufgesprungen bin und einige Bewegungen der Fußball Nationalmannschaft nachamte. Es ging alles total schnell und ich erinnere mich nur noch an eine 20 cm. Eidechse die im hohen Bogen aus meinem Hosenbein flog. Die pure Wildnis und ich bin dabei. Vic lag vor Lachen fast am Boden und auch ich konnte mich kaum noch halten.

Aber ein guter Jäger gibt nicht auf auch wenn er gegen Drachen fotografiert. Und ich habe doch noch ein paar gute Aufnahmen bekommen.

Nach dem Erlebnis ging es weiter Richtung Hotel.

Plötzlich mussten wir beide stehen bleiben. Ein Hund so groß wie ein Pferd kam auf uns herrenlos zu. Der wirkte irgendwie sehr bedrohlich. Im Reiseführer wird empfohlen immer einen Wanderstab mit sich zu führen um wilde Hunde abzuwehren. Einen Stock hatten wir nicht. Hätte wahrscheinlich auch nichts gebracht, das Tier sah aus als würde es Baumstämme fressen und danach Sägemehl kacken.

Wir ignorierten ihn und guckten blöd in die Landschaft ohne zu atmen. Unsere Herzen pochten aber das Ungetüm zieht an uns vorbei aber nicht ohne uns zu mustern. Nach dem der Hund hinter einer Kurve verschwand verschwanden auch wir ganz schnell.

So ein Stress. Der weitere Rückweg war aber entspannt.

Wir kauften noch im Tante Emma Laden Wein ein und begaben uns ins Hotel. Aus dem Spaziergang wurden gute 4 Stunden mit total tollen Eindrücken.

Als Belohnung gönnten wir uns noch ein Dorada und ein gutes Buch auf dem Balkon. Leider ist es sehr schattig und wir müssen in Jacke und langer Hose auf dem Balkon sitzen.

Wir mussten dann leider noch feststellen das unsere Mischbatterie in der Dusche nur digital zu steuern ist, klingt erst einmal sehr fortschrittlich. In der Praxis bedeutet das entweder man wird gekocht oder erfriert. Ich wusste bisher noch nicht das eine Mischbatterie hakeliger als eine Gangschaltung sein kann.

Zum Abendessen sage ich noch nichts, das ist ein Spannungsbogen ;-)

Fazit des Tages, UV Licht dringt auch durch geschlossene Wolkendecken. Ich habe mir ein wenig die Glatze verbrannt und eine unschöne Touri Röte im Gesicht. Sonnenbrand ohne Sonne verrückt. Und Eidechsen können Fliegen.

 

In dem Sinne

 

Habe ich noch einen.

Für unsere Sicherheit ist hier gesorgt vor jedem Hotelzimmer hängt ein Feuerlöscher aber die meisten sehen so aus. Unser ist intakt habe es kontrolliert.

 

 

Gute Nacht liebes Tagebuch

 

 

Freitag, 4. Juli 2014

Teneriffa Tag 1 Anreise

Teneriffa Anreise Tag 1

 

Wir sind mal wieder in der Weltgeschichte unterwegs um es genauer zu betiteln Teneriffa ( Los Roques).

Die Anreise war bis Teneriffa total unspektakulär. Keine Schikane beim Einchecken am Flughafen oder komische Menschen im Flugzeug. Wir haben heute fast alle Verkehrsmittel dieser Welt benutzt (Bus, Bahn, Flugzeug, Auto) nur ein Boot war nicht von der Partie.

Der Spaß begann erst am Flughafen auf Teneriffa. Als wir unser Gepäck hatten gingen wir erst einmal eine Rauchen. Unsere Taktik sieht es vor die Lemminge im Sicherheitsbereich stehen zu lassen und die Autovermietung von hinten zu stürmen. Das hat bis heute immer gut funktioniert.

Nach der Kippe sind wir dann zum Avis Schalter und siehe da auf der andern Seite des Schalters eine Schlange und wir auf der anderen Seite allein.

Nur wollte keiner der Glaskastenbewohner uns auf unserer Seite bedienen, wir sollten wieder in den Sicherheitsbereich zu den Lemmingen Schlange stehen.

Eigentlich kommt man nicht mehr in den Sicherheitsbereich zurück wenn man einmal draußen war. Wir brauchten aber ein Auto und sind ganz dreist wieder zurück und machten Bekanntschaft mit der Gastfreundschaft des Sicherheitspersonals.

Nach einigen Erklärungen und mitleidigen Blicken wurde uns freies Geleit gewährt.

Das ging gerade noch einmal gut und nicht nach Guantanamo.

Als wir dann nach gefühlten Stunden am Avis Schalter an der Reihe waren, der große Schock.

Es gibt Avis und Avia. Unser Mietwagen stand natürlich bei Avia, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Etwas genervt von der selbstverschuldeten Lage trotten wir mit dem Gepäck wieder auf den Parkplatz vom Flughafen. Die Sonne brennt total schön, aber nicht wenn man mit einem 20 Kilo Seesack plus Handgepäck unterwegs ist. Wie mein Koffergewicht zu Stande gekommen ist bleibt mir immer noch ein Rätsel.

So rackerten wir uns ab und suchten die Autovermietung. Ich fragte einige Leute und wir wurden immer wieder zu einer Bushaltestelle gelotst. Also weitersuchen.

Der Streßpegel stiegt prozentual mit den Schweißverlust. Als wir erneut jemanden fragten und wir wieder Richtung Bushaltestelle geschickt wurden beschloß ich einfach einmal die Wartenden vor Ort zu befragen.

Alle die dort rumlungerten sahen einheimisch aus also ein Versuch wert.

Was dann geschah kann man sich als Deutscher schwer vorstellen.

Ich Fragte nach Avia und bekam als Antwort i'm Avia, your are Korzenski ???

Wir waren platt, da lungern zwielichtige Schergen in einer Bushaltestelle rum und vermieten Autos. Kein PC kein Schreibtisch nur ein Handy und ein Mäppchen reichte als Büro.

Ich gab meinen Vocher ab und flux war der Vertrag fertig von Hand ausgefüllt. Wir bekamen unseren Schlüssel und eine Parkkarte, mit der hatten wir 10 Minuten Zeit das Gelände zu verlassen.

Ich bin mir immer noch nicht sicher ob wir jetzt ein Auto gemietet haben oder Komplizen eines raffinierten Diebstahls wurden. Egal wir haben einen mehr als hässlichen Renault Kangoo der sich scheiße fährt und vorn andere Reifen auf der Felge hat als hinten. Aber mein Motto ist, hat es einen Motor fahre ich es.

Wir kämpften uns aus der Verkehrsführung des Flughafens und suchten an der Autobahn einen Rastplatz um die Erlebnisse bei einer Kippe zu verarbeiten. Dabei wurde unser Auto auch gleich mal Konny getauft und weiter ging es zum Hotel. Die Navigation mit der guten alten Karte und selbst erstellter Wegbeschreibung funktionierte tadellos.

Unterwegs steuerten wir noch einen Lidl an um Wasser und Wein zu kaufen. Wir staunten nicht schlecht wie viel deutsches Bier es hier zu kaufen gibt, alles Premium Pils mit deutscher Beschriftung. Nur haben wir keine einzige Sorte davon jemals in Deutschland gesehen. Und ich kann von mir behaupten, in sehr viel Regionen von Deutschland Bier konsumiert zu haben.

Wir entdeckten dann doch noch das gute Dorada und packten es erleichtert in den Einkaufswagen.

Weiter ging es Richtung Hotel, Endspurt. Aber der letzte Teil ist der komplizierteste der ganzen Anfahrt. Unser Hotel liegt direkt am Meer umgeben von einem Labyrinth aus Einbahnstraßen. Laut Internet kapitulieren hier sogar Navis. Per Google Earth haben wir eine Beschreibung des Weges erstellt und waren sehr zuversichtlich.

Doch schon die zweite Abzweigung war eine Einbahnstraße und brachte uns aus dem Konzept (fast).

Die Einbahnstraße war nur 50 Meter lang und gut einsehbar, also bin ich da mal durchgebürstet. Und weiter ging es. Hier scheint die Straßenführung sehr oft geändert zu werden und nach kurzer Zeit stimmte unser Plan wieder nicht.

Aber wir schafften es trotzdem unser Hotel ohne große Umwege zu finden. Wir orientierten uns an der Küstenlinie und waren erfolgreich.

Parkplätze gibt es genug und wir checkten ohne Probleme ein.

Beim Betreten unseres Zimmers machten wir dicke Backen. Das Zimmer ist riesig. Ein separates Schlafzimmer, ein Riesen Wohnzimmer mit Küche. Und das beste ein Balkon mit sehr geiler Aussicht. Was will man mehr, bei Vic waren es die Fußballergebnisse mir reichte der Meerblick.

Erschöpft aber glücklich gab es zur Belohnung erst einmal eine schönes lauwarmes Dorada (Bier).

Wir waren jetzt immerhin schon 12 Stunden unterwegs. Davon 5 Stunden im Flugzeug und 100 Km im Mietwagen, die Luft ist so langsam raus.

Als letzter großer Tagespunkt stand noch das Essen auf dem Plan. Als Vic sich umziehen wollte stellte sie fest das ihre langen Hosen noch in Good Old Germany liegen, sie hat nur die lange Fjällraven Wanderhose mit in der sie angereist ist. Kurze Hosen hat sie im Überfluss, doch die Temperaturen gehen hier auf bis zu 16°C am Abend runter und da wir direkt am Meer sind kommt noch der Windchill dazu. Der Norden von Teneriffa ist allgemein kühler als der Süden. Das Problem lösen wir auch noch.

Zum Essen im Hotel halte ich mich noch ein wenig zurück mit meiner Kritik mal sehen was die Tage noch so kommt. Im Internet wurde das Essen ziemlich verrissen.

Aber eine kleine Anekdote möchte ich euch nicht vorenthalten. Man kann sich abends ein drei Gänge Menü zusammenstellen, wir verzichteten heute auf die Nachspeise weil der Hunger nicht so groß war. Unsere Nachbarn am Tisch bestellten sich als Dessert laut Karte Obst. Und sie bekamen einen kleinen Teller mit einem Apfel wie vom Baum mit Messer kredenzt. Ich glaube die fanden das nicht so witzig wie wir.

So wir lassen jetzt den Abend bei einem Wein und dem Geräusch der brechenden Wellen ausklingen.

Ach einen habe ich noch hier gibt es Gelbschnabelsturmtaucher, das sind Vögel die abgefahrene Laute von sich geben. Wir hörten sie zum ersten mal auf La Gomera und seit dem sind die Viecher und ihr Krakele für uns der Inbegriff von Urlaub.

 

Wer kennt ihn noch Inspektor Columbo?

Entschuldigen sie einen habe ich noch.

Ich habe gerade unsere Wertsachen im Tresor verstaut und Vic bat mich ihren Haustürschlüssel mit in den Save zu legen. Dabei entdeckte ich ihr Schlüsselbund Messer in Form eines Geckos. Ich warf ihr einen fragenden Blick zu "Bist du damit geflogen?"

Vics ernüchternde Antwort "Ja"

Da wird man regelmäßig am Flughafen im Rahmen der Sicherheit wie ein Verbrecher behandelt. Und im Gegenzug fliegt Vic regelmäßig unerkannt mit Messern im Handgepäck. Ich finde die Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen mittlerweile sehr fragwürdig, und ich bin nur ein Tourist.

So jetzt aber ....

 

In dem Sinne gute Nacht Liebes Tagebuch